Donnerstag, 6. Oktober 2016

Rezension - "Luchsstränen" von Stefanie Friedl





Miranda ist eine draufgangerische, eigensinnige Luchswandlerin, die in der schwersten Zeit ihres Lebens auf ihren grossten Feind trifft. Kann sie es mit Hilfe ihrer Freunde schaffen, ihn und seine gefahrlichen Gefolgsleute zu besiegen? Schon so viele sind daran gescheitert. Doch das Uberleben der Gestaltwandler steht auf dem Spiel.



Cover:
Mich hat das Cover von Anfang an begeistert. Es ist aussagekräftig über den Inhalt und zieht jeden Liebhaber der Gestaltenwandler magisch an. Der Schnee und die Kälte lassen einen sofort erschaudern und man bekommt wahrlich die perfekte Stimmung auf die Geschichte, die sich hinter dem Cover verbirgt.

Inhalt:
Bereits auf den ersten Seiten wurde man in den Bann der Geschichte gezogen. Man wird sofort in ein schauerliches Geschehen geworfen und ist gleich mitten drin. 
Miranda findet sich in Gefangenschaft wieder. Sie weiß nicht, was geschehen ist und wird enormer Grausamkeit ausgesetzt - Warum das alles?, fragt sie sich, bis ihr der schrecklichste Feind gegenübersteht....
Von der Handlung her gefiel mir die Geschichte der Gestaltenwandler sehr gut. Stefanie Friedl bietet uns zahlreiche spannende Momente, sodass man aus dem Mitfiebern gar nicht mehr rauskam. 
Doch das war teilweise auch das Problem. Die Ereignisse überstürzten sich geradezu sodass der Leser und auch die Figuren kaum zur Ruhe kamen. Immer passierte irgendetwas, was für mich oft Überforderung hervorrief. Ich denke auch, dass in diesem schnellen Voranschreiten der Handlung die Logikfehler begründet sind, die sich eingeschlichen haben.


Beispielsweise wussten Figuren Namen, die sie eigentlich nicht wissen konnten und woraufhin dann von anderen nach dreimaligem Erwähnen des Namens nochmal nachgefragt wurde. Manche Charaktere haben in manchen Situationen falsch bzw. gewalttätig reagiert und kurz darauf zeigen sie totale Einsicht, wie falsch ihr Handeln war. Derartige Dinge begegneten mir immer wieder. Es fühlte sich manchmal an, als wurden zwischendrin Szenen einfach weggelassen, die all diese Logikfehler zunichte gemacht hätten. 
Manchmal stellte sich die Protagonistin auch Fragen, auf die ich als Leser jedoch nie eine Antwort bekam. Diese Antworten hätten durchaus in wenigen Abschnitten Platz gefunden.
Eine weitere Schwäche sah ich in der Liebesgeschichte. Es ging mir zu schnell, wirklich viel zu schnell. Innerhalb von Sekunden waren sie das Traumpaar schlechthin, ohne sich auch nur ansatzweise irgendwie zu kennen. Ihre Liebe wirkte auf mich, als würden sie sich schon lange kennen und eine tiefe Verbundenheit entwickelt haben - kurz gesagt: es wirkte auf mich leider nicht authentisch.
Hätte man das Geschehen etwas tiefgründiger behandelt, hätte die Geschichte mich viel mehr erreichen können. Sie ist nämlich wirklich nicht schlecht und hat definitiv Potenzial, Leser gut zu unterhalten, nur wurde das teilweise nicht richtig ausgenutzt.

Charaktere:
Leider setzte sich dies auch bei den Charakteren fort, denn auch für sie konnte ich oft kein Verständnis aufbringen und ihr Handeln nachvollziehen, weil mir einfach Dinge fehlten. 
Miranda lernte ich immer besser kennen und sie ist eine beeindruckende Protagonistin, eine wahre Kämpferin. Ich habe sie sehr gerne begleitet, weswegen es auch hier schade war, dass ich manche ihrer Handlungen nicht verstehen konnte. Ihr wurde Schreckliches angetan und sie verzeiht für mich von der einen auf die anderen Sekunde, ohne dass eine Entschuldigung des Täters für den Leser stattgefunden hat, sie wurde nur am Rande erwähnt. 
Das machte es mir sehr schwer, für die Charaktere wirklich tiergehendes Verständnis zu entwickeln. 
Viele Figuren zeigten in einer kurzen Zeit ganz verschiedene Charakterzüge, die sich für mich manchmal widersprachen und auch hier Verwirrung einsetzte. 
Es ist schade um die Charaktere, weil man doch viele sehr lieb gewonnen hat wie Andrea und auch Michael. 
Es war wirklich spannend, vor allem die verschiedenen Gestaltenwandler kennen zu lernen und sie in den Kampf zu begleiten.

Schreibstil:
Stefanie Friedl
Der Stil von Stefanie Friedl ist auf jeden Fall sehr gut zu lesen. Die Geschichte wird locker und leicht erzählt und man kommt mit dem Lesen sehr zügig voran. 
Die meiste Zeit über steht die Protagonistin Miranda im Mittelpunkt der Erzählung und der Fokus ist auf ihr Handeln und ihre Gefühlswelt gerichtet.
Dadurch konnte sich der Leser wirklich gut in sie hineinversetzen und man war dadurch auch am Anfang der Geschichte gleich mittendrin. 
Jedoch erschienen mir dann plötzliche Sprünge zu den Gedanken und Gefühlen anderer Figuren als unpassend. Man fühlte sich wie in einer Erzählung aus der Ich-Perspektive durch den Fokus auf Miranda und deswegen haben Sprünge für mich nicht hineingepasst., da sie wirklich selten aber dafür einprägsam auftraten.

Fazit:
Letzten Endes kann ich sagen, dass mich die Geschichte zwar unterhalten hat aber für mich das Potenzial, was die Idee geboten hat, nicht genutzt wurde. 
Es war spannend, keine Frage und auch die Charaktere haben gepasst und haben die Geschichte sehr gut unterstützt. 
Es fehlt "Luchstränen" für mich an Tiefgründigkeit, die nötig gewesen wäre um mich von der Handlung und den Charakteren zu überzeugen. Deswegen kann ich schweren Herzens nicht mehr als zwei Sterne vergeben.




Ihr seid ebenso wie ich Fans von Gestaltenwandlern und habt trotz einzelner Schwächen  Lust auf ein rasantes Abenteuer? Dann legt euch "Lachstränen" gleich hier zu ...

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